7 Jahre Bond Auktion (längste Auktion der Woche)
Kupon: 4-1/2%
Höchste akzeptierte Rendite: 4.512%
Zuteilungsquote zum höchsten akzeptierten Gebot: 97.63%
Ausgabepreis: 99.928654
Medianrendite: 4.460%
Niedrigste akzeptierte Rendite: 4.350%
Fälligkeit: August 31, 2033
Wettbewerbliche Gebote: $43,893,808,500
Primärhändler: $5,383,187,500
Direkte Bieter: $11,833,130,000
Indirekte Bieter: $26,677,491,000
Nicht-wettbewerbliche Gebote: $106,307,200
FIMA-Gebote: $0
Bid-to-Cover Ratio: $110,219,963,200 / $44,000,115,700 = 2.50
Fazit:
Die Auktion der 7-jährigen US-Staatsanleihen zeigte insgesamt eine solide Nachfrage. Mit einer Bid-to-Cover Ratio von 2,50 traf das angebotene Volumen auf eine robuste Käuferbasis.
Besonders positiv fiel die Beteiligung der indirekten Bieter aus. Sie übernahmen mit rund $26,7 Mrd. etwa 61% des kompetitiv zugeteilten Volumens. Gleichzeitig entfielen lediglich rund $5,4 Mrd. bzw. 12% auf die Primary Dealer. Die geringe Dealer-Zuteilung ist grundsätzlich positiv zu werten, da sie zeigt, dass der Markt die Emission weitgehend ohne zusätzliche Aufnahme durch die Händler absorbieren konnte.
Auch die Direct Bidders zeigten mit rund $11,8 Mrd. bzw. 27% eine starke Nachfrage. Zusammengenommen gingen damit knapp 88% der kompetitiven Zuteilung an direkte und indirekte Investoren.
Insgesamt liefert die Auktion damit ein konstruktives Signal für die Nachfrage am mittleren Ende der US-Zinskurve. Trotz einer Rendite von 4,512% wurde das Volumen problemlos vom Markt aufgenommen. Insbesondere die starke Beteiligung institutioneller und internationaler Investoren deutet darauf hin, dass das aktuelle Renditeniveau weiterhin ausreichend attraktiv ist, um Kapital in US-Treasuries zu ziehen.
US-Daten:
US-Wirtschaftsdaten & Jackson Hole
Die US-Konjunkturdaten zeichneten in dieser Woche ein insgesamt robustes Bild der Wirtschaft. Der Core-PCE-Preisindex stieg im Monatsvergleich um 0,2 % und damit genau wie erwartet, womit die für die Fed besonders relevante Inflationskennzahl zunächst keinen zusätzlichen Preisdruck signalisierte.
Positiv überraschte vor allem die Realwirtschaft. Die Aufträge für langlebige Güter stiegen um 1,1 % und damit deutlich stärker als erwartet (+0,5 %). Auch die persönlichen Einkommen legten mit +0,4 % stärker zu als prognostiziert, während die Konsumausgaben mit +0,2 % ebenfalls leicht über den Erwartungen lagen. Das BIP-Wachstum für das zweite Quartal wurde in der zweiten Schätzung bei 1,5 % bestätigt, nach 2,1 % zuvor. Die US-Wirtschaft verliert damit zwar etwas an Dynamik, zeigt sich insgesamt aber weiterhin widerstandsfähig.
Jackson Hole: Warsh setzt erste geldpolitische Leitplanken
Im Mittelpunkt der Woche stand zudem das Jackson-Hole-Symposium, bei dem der neue Fed-Chef Kevin Warsh seine erste große Grundsatzrede im Amt hielt. Seine Botschaft war klar: Trotz der zuletzt nachlassenden Dynamik sei die Inflation weiterhin zu hoch, weshalb der Kampf gegen den Preisdruck noch nicht als gewonnen angesehen werden könne.
Gleichzeitig vermied Warsh bewusst eine Vorab-Festlegung auf kommende Zinssenkungen. Statt klassischer Forward Guidance stellte er einen streng datenabhängigen Kurs in den Vordergrund. Zinssenkungen bleiben damit grundsätzlich möglich, sind aber keineswegs garantiert. Entscheidend werden die kommenden Inflations-, Wachstums- und insbesondere Arbeitsmarktdaten sein.
Auch vom Arbeitsmarkt kam zum Wochenschluss ein wichtiges Signal: Die vorläufige jährliche Revision der Non-Farm Payrolls lag bei −79.000 Stellen und fiel damit wesentlich moderater aus als die massive Abwärtsrevision von −911.000 Stellen im Vorjahr.
Aus Research-Perspektive bleibt das Gesamtbild damit konstruktiv: Die US-Wirtschaft wächst weiter, der Konsument zeigt sich stabil und gleichzeitig ist bislang keine erneute deutliche Beschleunigung des Inflationsdrucks zu erkennen. Das spricht weiterhin für ein Soft-Landing-Szenario. Die robusten Konjunkturdaten reduzieren allerdings den unmittelbaren Druck auf die Fed, die Geldpolitik schnell zu lockern. Jackson Hole unterstrich genau dieses Bild: Die Fed hält sich alle Optionen offen – und der weitere Zinspfad wird maßgeblich von den kommenden Daten bestimmt.