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Die 52-Week Bill Auktion zeigt weiterhin solide Nachfrage nach kurzfristiger US-Staatsverschuldung. Auf die angebotenen $52 Mrd. entfielen insgesamt rund $188,3 Mrd. an Geboten, was einer Bid-to-Cover Ratio von 3,62entspricht.
Die Auktion wurde zu einer High Rate von 3,88 % abgeschlossen, während der Median bei 3,855 % lag. Die relativ enge Spanne zwischen Median und High Rate spricht für eine insgesamt stabile Preisfindung.
Für die Märkte ist vor allem das Renditeniveau relevant: Investoren erhalten aktuell knapp 3,9 % Rendite für ein Jahr US-Staatsanleihen. Das setzt einen attraktiven risikofreien Referenzzins und erhöht gleichzeitig die Hürde für risikoreichere Assets. Entscheidend wird daher, ob die Nachfrage bei kommenden Treasury-Auktionen stabil bleibt und wie sich die Renditen im Verhältnis zu den erwarteten Fed-Zinsen entwickeln.
Bottom Line: Solide Auktion, keine Anzeichen für eine Nachfragekrise – aber das erhöhte Renditeniveau macht US-Treasuries zunehmend zu einer ernsthaften Alternative zu Risikoassets.
US-Daten:
Die US-Konjunkturdaten zeigen ein zunehmend gemischtes Bild. Der ISM Manufacturing PMI stieg im Juli deutlich auf 55,6 nach 53,3 und lag damit klar über den Erwartungen von 54,0. Auch der Dienstleistungssektor bleibt mit einem PMI von 54,1 expansiv, verfehlte allerdings die Prognose von 54,5 leicht.
Deutlich schwächer präsentiert sich dagegen der Arbeitsmarkt: Die JOLTS Job Openings fielen auf 7,36 Mio. und lagen damit unter den erwarteten 7,4 Mio. – und auch unter den vorherigen 7,54 Mio.
Besonders auffällig waren die Non-Farm Payrolls: Statt der erwarteten +80.000 Stellen wurde im Juli ein Rückgang von 23.000 verzeichnet. Gleichzeitig wurde die Arbeitslosenquote mit 4,1 % besser als die erwarteten 4,2 %.
Das Bild spricht weniger für eine klassische Rezession als für eine Abkühlung des Arbeitsmarktes bei weiterhin robuster wirtschaftlicher Aktivität. Genau diese Kombination ist für die Fed interessant: Solange die Konjunktur – insbesondere der Dienstleistungssektor – stabil bleibt, kann die Fed bei einer sich abschwächenden Beschäftigungslage zunehmend Spielraum für Zinssenkungen bekommen.
Für die Märkte verschiebt sich damit der Fokus: Nicht die Frage, ob die US-Wirtschaft bereits in eine Rezession rutscht, sondern wie stark der Arbeitsmarkt weiter abkühlt, ohne dass die Konjunktur gleichzeitig deutlich an Dynamik verliert. Das wäre grundsätzlich ein konstruktives Szenario für Risikoassets – sofern die Inflation weiter mitspielt.
S&P 500
FINQ Chart Highlights
Trotz des aktuellen Investitionszyklus erwarten Analysten, dass die Free Cashflows der großen Hyperscaler ab 2028 deutlich anziehen, sobald die höchsten KI-Investitionen hinter ihnen liegen.
Die US-Industrie expandiert bereits den siebten Monat in Folge und erreicht laut ISM die stärkste Wachstumsdynamik seit 2022, was auf eine zunehmende wirtschaftliche Breite hindeutet.
Der Bewertungsaufschlag des Technologiesektors gegenüber dem Gesamtmarkt ist auf den niedrigsten Stand seit 2019 gefallen, wodurch Tech-Aktien relativ betrachtet deutlich weniger teuer wirken als in den vergangenen Jahren.
Die regionalen Bewertungsniveaus zeigen, dass US-Aktien weiterhin die höchsten KGVs aufweisen, während China und die Schwellenländer im historischen Vergleich deutlich günstiger bewertet sind.
Der Bewertungsaufschlag von US-Aktien gegenüber Europa ist auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2022 gefallen, was auf eine Annäherung der Bewertungen beider Märkte hindeutet.
Die Grafik zeigt, dass Aktien mit den stärksten Gewinnrevisionen in den letzten zwölf Monaten typischerweise die höchsten Bewertungsaufschläge erhalten, während Unternehmen mit schwachen Gewinntrends deutlich niedrigere Multiples aufweisen.
Das Volumen von S&P-500-Call-Optionen hat mit über 4 Millionen Kontrakten ein neues Rekordhoch erreicht, was auf eine außergewöhnlich hohe spekulative Positionierung auf steigende Kurse hindeutet.
Die Gewinnmargen steigen sowohl bei Technologie- als auch bei Nicht-Technologieunternehmen weiter an, was auf eine breite Verbesserung der Profitabilität im US-Aktienmarkt schließen lässt.
Die zehn größten Unternehmen vereinen inzwischen rund 39 % der Marktkapitalisierung und 38 % der erwarteten Gewinne des S&P 500 auf sich, was die anhaltend hohe Konzentration im Index verdeutlicht.
Spekulative Anleger haben ihre Wetten auf einen schwächeren Yen zuletzt massiv ausgeweitet und liegen damit auf einem der bärischsten Niveaus der vergangenen Jahre.
Die Zuflüsse in Technologieaktien sind auf Rekordniveau gestiegen, was zeigt, dass Investoren trotz der jüngsten Schwächephase weiterhin aggressiv in den Sektor investieren.
Die Anleiheemissionen der Hyperscaler haben 2026 bereits die Summe der Vorjahre deutlich übertroffen, was den enormen Finanzierungsbedarf für den KI-Infrastrukturausbau unterstreicht.
Die implizite Volatilität von Tech-Aktien liegt aktuell nahezu auf Höhe der tatsächlich realisierten Volatilität, was darauf hindeutet, dass der Optionsmarkt die jüngsten Kursschwankungen bereits weitgehend eingepreist hat. + Die IV-Prämie im Technologiesektor ist zuletzt ins Negative gefallen, was bedeutet, dass Optionen im Verhältnis zur realisierten Volatilität aktuell eher günstig bewertet sind.
Die Heatmap zeigt die relative implizite Volatilität zwischen den Sektoren. Besonders Technologie (XLK) weist im Vergleich zu vielen anderen Sektoren eine niedrigere relative IV auf, was darauf hindeutet, dass Optionen auf Tech-Aktien derzeit vergleichsweise günstig bepreist sind.
Diese Woche Quartalszahlen
Diese Woche gab es wieder viele Earnings-Meldungen, und es ist wieder erwähnenswert, dass sowohl das EPS-Wachstum (Year-over-Year) als auch das Umsatzwachstum (Year-over-Year) überwiegend positiv waren.
Nächste Woche Quartalszahlen
Damit endet auch die Berichtssaison für das Q2 2026 - und die Volatilität dürfte jetzt in den nächsten Wochen/Monaten auch wieder weniger werden.
*Meinung*
Fazit zur Woche
Die Berichtssaison ist nun so gut wie vorbei. Damit sollten hoffentlich auch die extremen Kursschwankungen bei Einzelaktien von teilweise -20 % bis +30 % erst einmal wieder der Vergangenheit angehören. Das schafft aus meiner Sicht wieder deutlich bessere Bedingungen, um Unternehmen sukzessive einzukaufen, ohne ständig das Risiko im Hinterkopf zu haben, dass ein einzelnes Earnings-Event die gesamte Position zerreißt.
Gleichzeitig beginnt nun die Urlaubssaison. Ich gehe daher in den kommenden Wochen und Monaten von einer tendenziell geringeren Liquidität und entsprechend etwas weniger Bewegung an den Märkten aus. Das bedeutet nicht, dass nichts passieren wird – vielmehr dürfte der Markt phasenweise etwas ruhiger und weniger ereignisreich werden.
Ansonsten war die Handelswoche unfassbar stark. Wie bereits auf der Heatmap oben zu erkennen ist, haben sowohl die großen Indizes als auch viele Sektoren wieder deutlich an Dynamik gewonnen. Nachdem einige Bereiche zuletzt teilweise stark unter Druck standen, sehen wir nun zunehmend eine Stabilisierung und erste Turnaround-Tendenzen.
Besonders spannend finde ich dabei die Entwicklung innerhalb der Softwarebranche. Auch hier scheint sich langsam ein Turnaround abzuzeichnen – was mich natürlich besonders freut, da ich auf Instagram und YouTube in den vergangenen Wochen immer wieder darauf hingewiesen habe.
Und auch für die kommende Woche könnt ihr euch wieder auf ein spannendes Interview auf YouTube und Spotify freuen! Falls ihr das letzte Interview mit Manuel Nuber, ehemaliger Hedgefonds-Trader, noch nicht gesehen habt, schaut gerne einmal über den Link unten vorbei. :D
Ansonsten wünsche ich euch einen schönen Sonntag und einen erfolgreichen Start in die neue Woche!
Robin
*Disclaimer: Die in diesem Newsletter enthaltenen Informationen, Einschätzungen, Grafiken und Meinungen dienen ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Anlageempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Alle dargestellten Inhalte spiegeln ausschließlich die persönliche Meinung des Autors bzw. von FINQ Research wider und können sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern. Investments in Finanzmärkte sind mit Risiken verbunden und können zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Historische Entwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. FINQ Research übernimmt keine Haftung für direkte oder indirekte Verluste, die aus der Nutzung der bereitgestellten Informationen entstehen
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FINQ Research 35 Die Handelswoche ist vorbei! Eine ereignisreiche Woche liegt hinter uns: Nvidia lieferte erneut beeindruckende AI-Zahlen, Kevin Warsh setzte in Jackson Hole einen klar hawkishen Ton und die US-Inflation blieb hartnäckig über dem Fed-Ziel. Gleichzeitig bewegten Treasury-Renditen, neue Bond-Buybacks und weitere starke AI-Earnings die Märkte. 🤖 1. Nvidia – der AI-Boom geht weiterNvidia lieferte erneut starke Zahlen mit 89 Mrd. US-Dollar Data-Center-Umsatz (+18 % QoQ) und...
FINQ Research 34 Willkommen zum Wochenrückblick, eine auf den ersten Blick ruhige Makro-Woche hatte an den Märkten doch einiges zu bieten. Die heißen Themen der Woche: Sektorrotation: Schwäche bei vielen Tech- und Halbleiterwerten traf auf relative Stärke unter anderem bei Energy und Healthcare. US-Anleihemarkt: Scott Bessent sorgte mit angekündigten Anleiherückkäufen über 4 Mrd. US-Dollar für Aufmerksamkeit am Treasury-Markt. Bitcoin: Mit zeitweise über +25 % auf Wochensicht meldete sich...
KW 33 Marktüberblick Sentiment Spannende Wirtschaftsdaten 30Year Bond Auktion (längste Auktion der Woche) • Zugewiesen zu hohem Preis: 12.10%• Preis: 98.627017• High Rate: 5.216%• Investment Rate: 5-1/8%• Median Rate: 5.150%• Low Rate: 4.880%• Bid-to-Cover Ratio: $59,801,010,300/$25,000,015,300 = 2.39 Fazit: Die Auktion der 30-jährigen US-Staatsanleihe – der längsten Laufzeit dieser Auktionswoche – traf auf eine solide Nachfrage. Das US-Finanzministerium platzierte 25 Mrd. USD zu einer High...